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Es ging uns nicht anders, als den meisten Leuten: Über Lamas wussten wir kaum etwas und kannten die Tiere vor allem aus Zoo und Fernsehen.
Immerhin war der Lamahengst 'Horst' aus 'Geschichten aus dem Zoo', einer Vorabendokuserie des ARD, schon damals eine Art Fernsehstar für mich.
Ich gebe es zu, immer wenn ich sah, wie Horst seine Pfleger mit seiner freundlichen, aber sturen Art auf Trab hielt, war ich fasziniert von dem Tier. Einmal sagte ich sogar im Spass zu meinem Mann, sollten wir einmal eigene Lamas haben, werde ich eines davon Horst nennen.
Nicht im Traum hätte ich damals gedacht, dass einige Monate später, tatsächlich Lamas auf unserer Wiese stehen würden. Übrigens keines davon heisst Horst.
Aber wie gesagt, damals waren Lamas nicht wirklich ein Thema für uns, waren wir doch seit Jahren überzeugte Pferdebesitzer.
Pferde sind bekanntlich in ihrer Betreuung sehr zeitaufwändig. Neben der üblichen Stallarbeit müssen die Tiere auch gepflegt und täglich bewegt werden. Durch unsere damaligen beruflichen Veränderungen, fehlte aber immer mehr die nötige Zeit und irgendwann stellte sich uns die Frage, werden wir den Tieren noch gerecht.
Als ein schwerer Reitunfall unserer Pflegetochter dazu kam, fiel die endgültige Entscheidung. Schweren Herzens verkauften wir die Pferde.
Dialog unter Tieren:
Hund: Du, Lama!
Lama: Ja, Hund?
Hund: Wer als erstes ein Huhn hat?
Lama: Ok, Hund!
Hund: Du zählst an!
Lama: Achtung fertig los!! |
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Jetzt stand unser Stall also leer, ein ungewöhnliches und irgendwie tristes Bild. Auch das Gras auf der Weide konnte nun unkontrolliert wachsen.
Mein Mann wollte dem Wuchs Einhalt gebieten, aber schon nach der zweiten Bahn, gab unser Rasenmäher kläglich den Geist auf. Kurz gesagt, es war relativ schnell klar. Unsere Anlage sollte wieder irgendwelche Tiere beherbergen.
Wir sind beide auf einem Bauerhof gross geworden und kennen uns mit den meisten gängigen Nutz- und Haustierrassen aus. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, fiel uns die Auswahl schwer.
Konkret wussten wir nur, die Haltung und tägliche Pflege durfte nicht allzu viel Zeit beanspruchen und die Tiere mussten Kindern gegenüber ungefährlich sein. Ideen wurden geboren und gleich wieder verworfen, bis mein Mann eines Tages fragte:
„Was meinst du eigentlich zu Lamas?“ Bei dem Wort Lama erinnerte ich mich wieder an Horst und endlich nahm eine unserer Ideen konkrete Züge an.
In den nächsten Tagen durchforsteten wir das Internet nach Informationen zu Lamas und waren sehr erstaunt, wie viele Seiten diesem Thema gewidmet sind. Irgendwo fand ich eine Seite, dort konnte man sogar die verschiedenen Laute der Tiere anhören!
Als nächstes suchte ich nach Büchern und wurde hier, im Gegensatz zum Internet, schwer enttäuscht. Während man zum Thema Pferde unter Hunderten von verschiedenen Büchern auswählen kann, gibt es kaum deutschsprachige Fachliteratur zum Thema Lama/Alpaka. Vielleicht wurde mir dabei zum ersten mal richtig klar, dass wir uns für Exoten entschieden hatten!
Nun jedenfalls, entschieden hatten wir uns. Der geeignete Züchter war auch bald gefunden und schon drei Tage später waren wir stolze Besitzer von drei Lama-Damen.
So nahm das Abenteuer Lama seinen Anfang. |