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Wir leben seit sechs Jahren mitten im ländlichen Dorf Mattwil, im schönen Kanton Thurgau, und betreiben hier die kleine Hobbyzucht 'Lamas vom Mättelibach'.

Zur Zucht dieser exotischen Tiere kamen wir ursprünglich beinahe wie die Jungfrau zum Kinde! Eigentlich wollten wir damals nur unserem verwaisten Pferdestall neues Leben einhauchen und die dazu gehörende Weide kurz halten. Deshalb kauften wir im Frühling 2007 drei Lamastuten, eine davon trächtig.

Als die Stute abfohlte, war es geradezu rührend, wie sich nicht nur die Mutter, sondern auch die 'Tanten' um den Nachwuchs kümmerten. Die Lamas blühten bei der 'Kinderbetreuung' richtiggehend auf. Deshalb dachten wir bald ernsthaft über die Zucht dieser Tiere nach.

Zuerst aber, suchten wir eine gleichaltrige Spielgefährtin für unser Fohlen. Dabei lernten wir Ernst Pignitter kennen. Er ist ein langjähriger, erfahrener Lamahalter und Züchter. Seine Tiere sind unter steirerclub.ch zu sehen.

Herr Pignitter hatte viele gute Tipps und Ratschläge für uns, als angehende Züchter. Bei ihm fanden wir zudem nicht nur die Kollegin für unser Fohlen, sondern er stellte uns auch einen geeigneten Hengst für unsere Stuten zur Verfügung.

In diesem Frühling nun, kamen die ersten Fohlen aus eigener Zucht zur Welt. Wir sind also ein sehr junger Zuchtbetrieb. Nichts desto trotz, sind wir natürlich bestrebt, körperlich und charakterlich einwandfreie Lamas zu züchten.
Wir sind mit Herzblut bei der Sache und bilden uns ständig weiter. Vor allem aber freuen wir uns, wenn wir andere Menschen mit unserer Faszination von Lamas anstecken können!





 








       
 

  Wie wir zu Lamas kamen     
       
 
Es ging uns nicht anders, als den meisten Leuten: Über Lamas wussten wir kaum etwas und kannten die Tiere vor allem aus Zoo und Fernsehen. Immerhin war der Lamahengst 'Horst' aus 'Geschichten aus dem Zoo', einer Vorabendokuserie des ARD, schon damals eine Art Fernsehstar für mich.

Ich gebe es zu, immer wenn ich sah, wie Horst seine Pfleger mit seiner freundlichen, aber sturen Art auf Trab hielt, war ich fasziniert von dem Tier. Einmal sagte ich sogar im Spass zu meinem Mann, sollten wir einmal eigene Lamas haben, werde ich eines davon Horst nennen.

Nicht im Traum hätte ich damals gedacht, dass einige Monate später, tatsächlich Lamas auf unserer Wiese stehen würden. Übrigens keines davon heisst Horst.
Aber wie gesagt, damals waren Lamas nicht wirklich ein Thema für uns, waren wir doch seit Jahren überzeugte Pferdebesitzer.

Pferde sind bekanntlich in ihrer Betreuung sehr zeitaufwändig. Neben der üblichen Stallarbeit müssen die Tiere auch gepflegt und täglich bewegt werden. Durch unsere damaligen beruflichen Veränderungen, fehlte aber immer mehr die nötige Zeit und irgendwann stellte sich uns die Frage, werden wir den Tieren noch gerecht.

Als ein schwerer Reitunfall unserer Pflegetochter dazu kam, fiel die endgültige Entscheidung. Schweren Herzens verkauften wir die Pferde.




Dialog unter Tieren:

Hund: Du, Lama!
Lama: Ja, Hund?
Hund: Wer als erstes ein Huhn hat?
Lama: Ok, Hund!
Hund: Du zählst an!
Lama: Achtung fertig los!!
 
Jetzt stand unser Stall also leer, ein ungewöhnliches und irgendwie tristes Bild. Auch das Gras auf der Weide konnte nun unkontrolliert wachsen.

Mein Mann wollte dem Wuchs Einhalt gebieten, aber schon nach der zweiten Bahn, gab unser Rasenmäher kläglich den Geist auf. Kurz gesagt, es war relativ schnell klar. Unsere Anlage sollte wieder irgendwelche Tiere beherbergen.

Wir sind beide auf einem Bauerhof gross geworden und kennen uns mit den meisten gängigen Nutz- und Haustierrassen aus. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, fiel uns die Auswahl schwer.

Konkret wussten wir nur, die Haltung und tägliche Pflege durfte nicht allzu viel Zeit beanspruchen und die Tiere mussten Kindern gegenüber ungefährlich sein. Ideen wurden geboren und gleich wieder verworfen, bis mein Mann eines Tages fragte: „Was meinst du eigentlich zu Lamas?“ Bei dem Wort Lama erinnerte ich mich wieder an Horst und endlich nahm eine unserer Ideen konkrete Züge an.

In den nächsten Tagen durchforsteten wir das Internet nach Informationen zu Lamas und waren sehr erstaunt, wie viele Seiten diesem Thema gewidmet sind. Irgendwo fand ich eine Seite, dort konnte man sogar die verschiedenen Laute der Tiere anhören!

Als nächstes suchte ich nach Büchern und wurde hier, im Gegensatz zum Internet, schwer enttäuscht. Während man zum Thema Pferde unter Hunderten von verschiedenen Büchern auswählen kann, gibt es kaum deutschsprachige Fachliteratur zum Thema Lama/Alpaka. Vielleicht wurde mir dabei zum ersten mal richtig klar, dass wir uns für Exoten entschieden hatten!

Nun jedenfalls, entschieden hatten wir uns. Der geeignete Züchter war auch bald gefunden und schon drei Tage später waren wir stolze Besitzer von drei Lama-Damen.

So nahm das Abenteuer Lama seinen Anfang.
 
   
   

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