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…und lassen sich auch kaum wirklich mit einem unserer einheimischen Tierarten vergleichen. Trotzdem glaubt man, da und dort scheinbare Übereinstimmungen zu finden. Ein Haarkleid, optisch ähnlich dem unserer Schafe und Füsse wie unsere Schweine. Sie sind neugierig wie Ziegen und ihr Ohrenspiel, lässt sich durchaus mit dem der Pferde vergleichen.
Ganz bestimmt wollen wir nun den kleinen Verwandten der Kamele ihre Einzigartigkeit nicht absprechen. Aber wohl die meisten Leute, die vorher schon andere Tiere gehalten hatten, werden beim Kontakt mit Lamas, bewusst oder unbewusst, Parallelen suchen.
Zudem sind solche Vergleiche nicht grundlegend schlecht, denn wie sollte man sonst die unverwechselbaren Eigenheiten der Lamas erklären?
Über die eine, etwas ungewöhnliche Kommunikationsart der Lamas, das Spucken, liest man immer wieder. Übrigens, sofern ein Lama als Fohlen nicht falsch geprägt worden ist und sich nicht bedroht fühlt, spuckt es keine Menschen an.

Auch die Neugier der Tiere ist immer wieder ein Thema und die ist tatsächlich erstaunlich. Alles Neue muss genau inspiziert werden.
Würden wir unsere Türe von der Weide zum Garten nicht immer sorgfältig schliessen, würden uns die Lamas bestimmt nicht nur in den Garten, sondern auch ins Haus, sogar bis in die Toilette hinein folgen.
Ein konkretes Ereignis zu ihrem extrem neugierigen Wesen, bot sich am 1.August. Wie gesagt, unsere Anlage befindet sich mitten im Dorf und direkt neben uns wurden unzählige Raketen in den Himmel geschossen. Obwohl ich weiss, dass Lamas kaum panisch reagieren, machte ich mir nun doch etwas Sorgen.
So ging ich nach draussen, um bei den Tieren nach dem Rechten zu sehen. Im Feuerwerksschein konnte ich die Lamas gut sehen. Die ganze Herde stand mitten auf der Weide, die Köpfe nach oben gerichtet, schauten sie geradezu fasziniert dem laut knallenden Schauspiel zu!
Bei Lamas ist die Neugier zu 99 % stärker, als jegliche Angst. Dies ist mitunter ein Grund, für ihre Beliebtheit als Treckingtiere.
Hört man immer wieder von dieser grossen Neugier, denkt man automatisch, Lamas seien demzufolge auch zutraulich. Diese Annahme ist jedoch weit gefehlt. Zwar 'begutachten' Lamas jeden Menschen mit grossem Interesse, vielleicht beschnuppern sie ihn sogar.
Freiwillig anfassen lässt sich jedoch kaum ein Tier. Pferde, Ziegen, etc. kommen ja
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oft aus eigenem Antrieb zum Menschen,
um sich streicheln und kraulen zu lassen. Ein Lama tut dies nicht. Möchte man einem Lama ein Halfter anziehen, muss man es erst einfangen. Einige behelfen sich dabei mit einem Strick oder einem Stab wie ihn die Schäfer benutzen. Andere haben in ihren Anlagen 'Fangvorrichtungen', in die sie die Tiere treiben können.
Wir persönlich haben angrenzend an unseren Freilaufstall zwei alte Pferdeboxen. In diesen Boxen verteile ich den Lamas in regelmässigen Abständen einige Leckerbissen. Öffne ich heute eine Boxentür, marschieren die Tiere freudig hinein, ich kann die Türe hinter mir schliessen und die Lamas ohne Stress, für Mensch und Tier, anhalftern.
Ich finde es schade, dass diese Eigenheit der Lamas kaum irgendwo beschrieben wird. Schliesslich ist es kein Problem, eher eine Frage des Handlings, bietet aber im Gegenzug einen unschätzbaren Vorteil.
Im Gegensatz zu Pferden, können fremde Menschen Lamas auf einer unbewachten Weide weder entwenden, noch, wie dies leider bei anderen Tieren immer wieder mal vorkommt, sie verletzen.
Hat man übrigens dem Lama erst mal sein Halfter übergestreift, ist es meist lammfromm und lässt sich problemlos überall anfassen.
Häufig werden Lamas als friedliche, ja gar sanftmütige Tiere beschrieben. Natürlich stimmt das in gewissem Sinne, kann aber auch zu falschen Schlussfolgerungen führen.
Ausgewachsene Lamahengste sind untereinander, zumindest, wenn sich auch Stuten in ihrer Nähe befinden, genauso streitlustig, wie männliche Pferde, Rinder, usw. Das heisst, sie bekämpfen sich unter Umständen bis hin zum Tod.
Bei den Damen geht es friedlicher zu und her und normalerweise kann eine fremde Stute problemlos in eine bestehende Herde integriert werden. Ganz ohne Gezänke läuft es aber auch bei den Stuten nicht ab. Da wird immer mal wieder um den besten Futterplatz, aber auch um die Position in der Herde gestritten.
Anders als bei den Herren, verlaufen diese Streitereien natürlich ohne gegenseitige, körperliche Verletzungen.
Es gibt Leute, die ihre Lamas mit Pferden zusammen auf der Weide halten. Bestimmt würde dies auch mit anderen Grasfressern funktionieren. Unsere Lamas teilen sich ihre Weide mit Hühnern. Natürlich jagt ab und zu ein Fohlen einem Huhn hinterher, zu lustig ist das Gegacker und Geflatter des Federviehs. Aber lange hält das Spiel der Verfolgungsjagd nie an und die Hühner sind dabei nicht ernsthaft in Gefahr.
Absolute Vorsicht ist dagegen mit Hunden geboten. Über Wochen hatten unsere Lamas und unsere Deutsche Dogge Gelegenheit, sich abgetrennt durch einen Maschendrahtzaun, kennen zu lernen. Heute kann uns unser Hund auf die Weide begleiten, ohne von den Lamas beachtet zu werden. Kommt ein neues Lama dazu oder ein Fohlen zur Welt, darf der Hund die Weide wieder für einige Wochen nicht betreten, bis sich die Neulinge an den 'Fleischfresser' gewöhnt haben.
So uninteressant unsere deutsche Dogge inzwischen für die Lamas ist, fremde Hunde versuchen sie durch den Zaun hindurch zu attackieren.
Wer einmal mit eigenen Augen ein solche Attacke gesehen hat, weiss weshalb immer mehr Schäfer Lamas zum Schutz ihrer Schafherden halten.
Am meisten bedauere ich, dass man kaum irgendwo etwas über die spezielle Gangart der Lamas liest! Nein, ich spreche natürlich nicht von dem eher tollpatschigen Passgang, wie man ihn auch von ihren grossen Brüdern, den Kamelen, kennt. Ihr ungraziöser Galopp ist zwar weit schneller als erwartet, aber auch den meine ich nicht.
Lamas können hüpfen, oder vielleicht ist springen der bessere Ausdruck. Nicht ausgelassene Bocksprünge, die können sie selbstverständlich auch ausführen, nein, sie springen wie Gazellen. Es sieht aus, als ob sich der Boden unter ihren Füssen plötzlich in ein riesiges Trampolin verwandelt hätte.
Dies scheint eine Art ausgelassenes Spiel für die Tiere zu sein das sie fast ausschliesslich kurz vor dem Einnachten spielen. Ohne für uns Menschen ersichtlichen Grund, beginnt dann die ganze Herde hüpfend Runde um Runde zu drehen.
Dabei wirken die sonst eher trägen Tiere unheimlich elegant und anmutig und versetzen damit so manchen Zuschauer in bewunderndes Staunen.
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